Das Dao des Herzens - Ein alchemistisches Jahrestraining

Qi Gong, Innere Alchemie und der Weg zurück zum natürlichen Fluss des Lebens

Zehn gemeinsame Trainings, um die eigene Lebenskraft zu kultivieren, den Geist zu klären und sich wieder mit der Tiefe zu verbinden, aus der unser Leben hervorgeht. In der Stille entsteht Klarheit. Aus der Sammlung entsteht Kraft. Und wenn wir aufhören, gegen das Leben anzukämpfen, können sich die Kraft und der Frieden offenbaren, die immer schon da waren. Das Jahrestraining 2027 verbindet die meditative Standform des Dantian-Qi Gong mit der Inneren Alchemie der daoistischen Tradition. Über die drei Ebenen von Körper, Energie und Geist erforschen wir, wie wir unsere Lebenskraft kultivieren, die Energie innerer Widerstände freisetzen und uns dem natürlichen Fluss des Lebens öffnen können. Es ist eine Einladung, aus der ständigen Bewegung des Wollens, Veränderns und Erreichens zurückzukehren in die eigene Mitte – und in eine tiefere Verbindung mit unserem wahren Wesen. Dabei geht es nicht darum, jemand anderes zu werden. Es geht darum, die Bewegungen des kleinen Ichs zu erkennen und uns an das zu erinnern, was wir in der Tiefe bereits sind.

Die drei Schätze kultivieren: Dantian-Qi Gong

ein Schwerpunkt des Trainings ist die meditative Standform des Dantian-Qi Gong. In ruhiger, gesammelter Haltung und mit kontemplativen Bewegungen widmen wir uns den drei Dantian – den energetischen Zentren im Unterbauch, im Herzraum und im Kopf.

Dabei kultivieren wir die drei Schätze der daoistischen Tradition:

  • Jing – Essenz: die Grundlage unserer Lebenskraft.

  • Qi – Energie: die vitale Kraft, die uns durchströmt.

  • Shen – Geist: die Klarheit und Präsenz des Bewusstseins.

Die stille Praxis führt uns aus der Zerstreuung in die Sammlung und vertieft die Verbindung mit unserer inneren Mitte. Im Zentrum steht Shen Ming (神明) – das Leuchten des Geistes. Es muss nicht erzeugt werden, sondern kann sich in der Stille als unsere Natur offenbaren.

Sanfte Meridiandehnungen und körperorientierte Qi Gong-Übungen ergänzen die Standform.

Innere Alchemie – den Widerstand erkennen und verwandeln

Wo wir festhalten, ablehnen oder gegen das Leben ankämpfen, kann unser Qi ins Stocken geraten. Widerstand zeigt sich in unseren Gedanken und Gewohnheiten, in Erwartungen und Ansprüchen, im Festhalten an der Vergangenheit oder im ständigen Gefühl, etwas verändern, erreichen oder vermeiden zu müssen.

„Das kleine Ich, der gewöhnliche Geist, ist die Summe all unserer Identifikationen. Und unsere Identifikationen erkennen wir am Widerstand.“

Wir erforschen, wie sich diese inneren Bewegungen in Körper, Energie und Geist zeigen. Indem wir sie wahrnehmen, ohne sie sofort bekämpfen oder verändern zu müssen, entsteht Raum für einen anderen Umgang mit uns selbst und dem Leben.

Dabei geht es nicht um Passivität oder den Verzicht auf Veränderung. Es geht darum, klarer zu erkennen, wann wir aus innerer Enge handeln und wann unser Handeln dem natürlichen Lauf der Dinge entspricht.

Diese Haltung berührt das daoistische Prinzip des Wu Wei: ein Handeln, das nicht erzwingt, sondern aus Offenheit und Klarheit ganz natürlich entsteht.

Zurück zum Ursprung – der Weg durch die drei Ebenen

Ein grundlegendes daoistisches Bild von Laozi beschreibt die Entfaltung des Lebens:

Aus dem Dao wird die Eins, die Eins gebiert die Zwei, die Zwei gebiert die Drei, die Drei gebiert die Welt der zehntausend Dinge.

Im Jahrestraining erkunden wir den umgekehrten Weg – von der Vielfalt zurück zum Ursprung.

Die Drei – Körper, Energie und Geist

Wir kultivieren die drei Dantian und widmen uns den verschiedenen Ebenen unseres Seins.

Die Zwei – Yin und Yang

Wir erkennen die Polaritäten unseres Erlebens: Mögen und Nichtmögen, Anziehung und Ablehnung, Festhalten und Loslassen.

Die Eins – Wu Ji

Wir erfahren die ursprüngliche Offenheit jenseits unserer gewohnten Bewertungen und Unterscheidungen.

Das Dao – der Ursprung

Unser wahres Wesen müssen wir nicht erreichen oder erschaffen. Es ist der offene Ur-Grund, aus dem alle Wandlungen und Erfahrungen hervorgehen.

Indem wir unsere Widerstände erkennen und loslassen, können wir uns wieder dem energetischen Feld und Bewusstsein öffnen, das immer schon gegenwärtig ist. 

Körper. Energie. Geist.

Das Jahrestraining verbindet drei Ebenen der Praxis:

Körper – Durch die meditative Standform, sanfte Meridiandehnungen und Qigong-Übungen entwickeln wir Stabilität, Durchlässigkeit und eine feinere Körperwahrnehmung.

Energie – Wir sammeln und verfeinern das Qi, verbinden uns mit den drei DanTian und kultivieren die drei Schätze Jing, Qi und Shen.

Geist – Wir beobachten Identifikationen, Bewertungen und Widerstände. So entsteht Raum für Klarheit, innere Offenheit und das Leuchten des Geistes.

Alle drei Ebenen greifen ineinander und unterstützen uns darin, die daoistische Praxis nicht nur während der Übungen, sondern auch im Alltag zu erfahren.

Ein Jahr der inneren Kultivierung

Die zehn gemeinsamen Trainings laden dazu ein, innezuhalten, die eigene Energie bewusster wahrzunehmen und die gewohnten Bewegungen des kleinen Ichs zu erforschen.

Mit der Zeit kann sich unser Verhältnis zu Gedanken, Gefühlen und Herausforderungen verändern. Wir müssen nicht jeder inneren Bewegung folgen und nicht alles nach den Vorstellungen des kleinen Geistes formen.

Es geht darum, uns wieder mit der Tiefe zu verbinden, aus der unser Leben hervorgeht – und zu erkennen, dass wir all das, wonach wir gesucht haben, bereits sind.

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